Unsere Flächen

Das Kernstück des Klimawald-Projektes sind unsere Klimawald-Flächen. Seit der ersten Pflanzung im April 2019 ist der Klimawald auf mittlerweile 7 Flächen und insgesamt etwa 4 bis 5 ha angewachsen. Dabei sind 28 verschiedenen Baumarten gepflanzt worden! In der Karte kannst du die Lage unserer Flächen anschauen.

Details und Hintergrundinfos zu allen Flächen

Klimawald-Fläche 1

Der Klimawald 1.0 entstand im Rahmen unserer allerersten Pflanzaktion im April 2019 mit der Hilfe von 245 freiwilligen Unterstützer:innen in der Nähe des Buchstein in Bayreuth. 

Bei der ursprünglichen Fläche handelte es sich um einen durch Trockenheit und Sturm geschädigten Fichten-Kiefernwald der Hospitalstiftung Bayreuth. Durch die Aufforstung mit insgesamt 11 verschiedenen Baumarten konnten wir die Baumartenzusammensetzung auf dieser Fläche deutlich diversifizieren. 

Die Auswahl der gepflanzten Arten erfolgte, wie auf allen unseren Flächen, gemeinsam mit Stadtförster Dirk Muschik und dem nun ehemaligen Direktor des Ökologisch-Botanischen Gartens Bayreuth, Dr. Gregor Aas. Gepflanzt wurden sowohl heimische Arten, darunter Weißtannen (Abies alba), Hainbuchen (Carpinus betulus), Rotbuchen (Fagus sylvatica), Winterlinden (Tilia cordata), Traubeneichen (Quercus petraea), Vogelkirschen (Prunus avium) und Elsbeeren (Torminalis glaberrima), als auch gebietsfremde Arten, wie Douglasien (Pseudotsuga menziesii), Esskastanien (Castanea sativa), Baumhaseln (Corylus colurna) und Nordmanntannen (Abies nordmanniana). Ziel der Pflanzung heimischer und gebietsfremder Baumarten ist die Untersuchung ihres Entwicklungspotenzials unter den Bedingungen des Klimawandels sowie die Abschätzung zukünftiger Einsatzmöglichkeiten von gebietsfremden Arten.

Das Projekt rund um die Pflanzung des Klimawald 1.0 erhielt im November 2020 den “Blauen Kompass” in der Kategorie Bildungs- und Forschungseinrichtungen des Umweltbundesamts. 

Heute dient der Klimawald 1.0 als zentrale Schau- und Forschungsfläche des Klimawalds Bayreuth. Hier sind unter anderem Dendrometer, eine Wetterstation sowie Bodenmessgeräte installiert. Zudem ist die Fläche ein zentraler Ort für unsere Führungen und Bildungsangebote.

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Klimawald-Fläche 1.5

Im November 2019 entstand in direkter Nähe zum Klimawald 1.0 durch eine Pflanzaktion in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. und der Unterstützung freiwilliger Helfer:innen der Klimawald 1.5. 

Dabei wurde eine Kombination aus in deutschen Forsten etablierten Koniferen, wie Weißtanne (Abies alba), Nordmanntanne (Abies nordmanniana) und Douglasie (Pseudotsuga menziesii), sowie gebietsfremden Nadelbaumarten, darunter Mammutbäume (Sequoiadendron giganteum, Sequoia sempervirens) und Zedern (Cedrus libani, Cedrus atlantica, Cedrus deodara), gepflanzt. Letztere stammen aus Regionen mit starken klimatischen Extrembedingungen und gelten daher als potenziell geeignete Ergänzung für klimaresiliente Waldbestände in Deutschland.

Klimawald-Fläche 2

Der Klimawald 2.0 entstand im Dezember 2020 am Saaser Berg im Süden von Bayreuth in einem trocken-sandigen Waldbereich, der zuvor stark von Kiefern geprägt war. 

Mit erneuter Unterstützung zahlreicher freiwilliger Helfer:innen pflanzten wir Flaumeichen (Quercus pubescens), Traubeneichen (Quercus petraea) und Zerreichen (Quercus cerris), Esskastanien (Castanea sativa) sowie zwei Zedernarten, die Libanon-Zeder (Cedrus libani) und die Atlas-Zeder (Cedrus atlantica). 

Den Schwerpunkt sollten dabei die Flaum- und Traubeneichen als heimische Baumarten bilden. Dazu kommen die Zerreichen, die aus wärmeren Klimazonen stammen. Eine forstwirtschaftlich vielversprechende Baumart stellt die Esskastanie dar, die in wärmeren Gebieten Deutschlands bereits zu finden ist. Als Nadelbaumarten wurden schließlich wie schon im Klimawald 1.5 die Libanon-Zeder und die Atlas-Zeder ausgewählt.

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Klimawald-Fläche 3

Im März 2021 entstand der Klimawald 3.0. Das oberste Ziel auf dieser Fläche war es, die Naturverjüngung aus dem umliegenden Bestand von Buchen zu fördern und das forstliche Management auf ein Minimum zu reduzieren. Ergänzend zur Naturverjüngung gepflanzt wurden auf dieser Fläche daher nur zwei Baumarten: Stieleichen (Quercus robur) und Esskastanien (Castanea sativa), die gut hitze- und trockenresistent sind und als potenzielle Zukunftsbaumart gelten. 

Gepflanzt wurden die Bäume kreisförmig in sogenannten Nelderrädern. Dabei sind die Setzlinge vom Mittelpunkt aus strahlenförmig angeordnet, was eine pflanzensparende Alternative zur üblichen Reihenpflanzung darstellt. Die Esskastanien sollen als Hauptbäume im Zentrum heranwachsen, während die umliegenden Stieleichen sie „trainieren“ und einen geraden Wuchs fördern. Zwischen den gepflanzten Bäumen bleibt ausreichend Platz für Arten, die selbstständig im Zuge der Naturverjüngung aufkommen werden.

Klimawald-Fläche 4

Der Klimawald 4.0 befindet sich im Fichtelgebirge in der Nähe des Grassemann und wurde in Kooperation mit den Stadtwerken Bayreuth und vielen freiwilligen Helfer:innen im April 2021 aufgeforstet. 

Aus dieser Region stammt ein großer Teil des Trinkwassers für Bayreuth, weshalb die Aufforstung für eine zukünftig nachhaltige Wasserversorgung besonders wichtig war. 

Bei der Pflanzung wurde mit drei verschiedenen Konzepten gearbeitet. Ein Drittel der Fläche wurde der Naturverjüngung überlassen. Auf dem zweiten Drittel wurden für das Fichtelgebirge eher unübliche Baumarten wie die Europäische Eibe (Taxus baccata), die Weißtanne (Abies alba), die Hemlocktanne (Tsuga heterophylla) und die Bornmüller Tanne (Abies nordmanniana subsp. equi-trojani) gepflanzt, die als Hoffnungsträger für das Fichtelgebirge gelten. Im letzten Teil wurden vor allem trockenresistente Baumarten wie die Esskastanie (Castanea sativa) und die Traubeneiche (Quercus petraea) gepflanzt.

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Klimawald-Fläche 5

Im November 2021 haben wir auf einer Fläche der landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Oberfranken in der Nähe von Geigenreuth den Klimawald 5.0 gepflanzt. Tatkräftige Unterstützung erhielten wir von den Mountainbikern der Bärenleite Trails. 

Die Fläche war durch Trockenheit und Borkenkäferbefall stark geschädigt und zeichnete sich deshalb durch einen helleren und einen schattigeren Teil mit Altbestand aus. In letzterem Teil pflanzten wir daher schattentolerante Arten wie die Weißtanne (Abies alba) und Hemlocktanne (Tsuga heterophylla), während im helleren Teil Speierling (Cormus domestica), Esskastanie (Castanea sativa), Rotbuche (Fagus sylvatica) und Hainbuche (Carpinus betulus) eingebracht wurden. Außerhalb des Zauns wachsen zudem auch einige Vogelkirschen (Prunus avium). Darüber hinaus setzen wir auf Naturverjüngung, insbesondere der Eiche und Hainbuche, da im Umfeld der Fläche bereits mehrere Individuen dieser Baumarten vorhanden sind. 

Unglücklicherweise wurden im Winter 2023 viele der gepflanzten Setzlinge und insbesondere der Wildzaun um die Fläche durch Windwurf stark beschädigt. Bedingt durch die so entstandenen Lücken wurden über den restlichen Winter Setzlinge auf der gesamten Fläche stark verbissen. Im Herbst 2024 mussten dann weitere Käferbäume auf der Fläche entfernt werden, wozu der Zaun schließlich entlang einer Seite komplett zurückgebaut wurde. Inzwischen wurde der Zaun von Mitarbeitenden der Lehranstalten fachgerecht repariert und wir haben in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Förster des AELF im Winter 2024 eine Nachpflanzung mit etwa 300 Tulpenbäumen (Liriodendron tulipifera) durchgeführt, um die aufgetanen Lücken zu schließen. Der Tulpenbaum aus dem Osten Nordamerikas eignet sich besonders gut für tiefgründige, lehmig-frische Standorte wie hier im Klimawald 5.0 und ist relativ widerstandsfähig gegenüber Winterfrösten und sommerlicher Trockenheit. In Deutschland wird er daher zunehmend als vielversprechende Zukunftsbaumart erprobt und gehört nun auch zu unserem Artenrepertoire!

Klimawald-Fläche 6

Im April 2022 wurde eine Fläche bei Wolfsbach mit der Unterstützung tatkräftiger Helfer:innen mit rund 900 Setzlingen bepflanzt und damit zum Klimawald 6.0, der nun fit für die Zukunft ist! 

Neben den üblichen Baumarten wie Weißtanne (Abies alba), Stieleiche (Quercus robur) und Hainbuche (Carpinus betulus) wurden auf dieser Fläche auch einige für uns neue Baumarten, wie die Schwarznuss (Juglans nigra), die Flatterulme (Ulmus laevis), die Schwarzerle (Alnus glutinosa) und der Wildapfel (Malus sylvestris), gepflanzt. Für vorbeikommende Besucher wurden wie auch im Klimawald 1.0 Holzschilder angebracht, um die Arten auch von außerhalb des Zaunes lesbar auszuweisen. Auch hier sind wir gespannt, wie sich der Bestand in Zukunft entwickeln wird!

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